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  Aktuelle Hinweise für das Gespräch mit Ihrem Steuerberater   Aktuelle Hinweise für das Gespräch mit Ihrem Steuerberater   5 DIE MANDANTEN I INFORMATION Themen dieser Ausgabe  Steuerschuld des Leistungsempfängers  Investitionsfristen werden verlängert  Option zur Körperschaftsteuer  Verlängerung der Steuererklärungsfrist  Liebhaberei bei PV-Anlagen  Verlustverrechnung bei Aktienverkäufen Ausgabe Nr. 5/2021 (September/Oktober) Sehr geehrte Mandantin, sehr geehrter Mandant, nachfolgend haben wir in dieser Ausgabe wieder Neuerungen aus dem Steuer- und Wirtschaftsrecht für Sie zusammengestellt. Diese Mandanten-Information beruht auf dem Stand 30.7.2021 . STEUER- UND WIRTSCHAFTSRECHT Unternehmer Steuerschuld des Leistungsempfängers Das umsatzsteuerliche Reverse-Charge-Verfahren, nach dem der unternehmerisch tätige Leistungsempfänger die Umsatzsteuer trägt, gilt auch dann, wenn es neben dem un- ternehmerisch tätigen Leistungsempfänger noch einen wei- teren Leistungsempfänger gibt, der aber nicht Unternehmer ist, und wenn der unternehmerische Leistungsempfänger das volle Entgelt als Gesamtschuldner schuldet. Hintergrund : In bestimmten Fällen schuldet der Leistungs- empfänger die Umsatzsteuer, z. B. bei der Leistung eines im Ausland ansässigen Unternehmers an einen deutschen Un- ternehmer oder an eine deutsche juristische Person. Der deutsche Unternehmer muss dann als Leistungsempfänger die Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen. Sachverhalt : Der Kläger war Unternehmer und Alleineigen- tümer eines unbebauten Grundstücks. Seine Ehefrau und er beauftragten einen österreichischen Bauunternehmer mit der Errichtung eines Einfamilienhauses auf dem Grund- stück. Das Finanzamt war der Auffassung, dass der Kläger die gesamte Umsatzsteuer für die Baukosten im Wege des sog. Reverse-Charge-Verfahrens schulde. Hiergegen wandte sich der Kläger. Entscheidung : Der Bundesfinanzhof wies die Klage ab:  Der Kläger war Unternehmer und Leistungsempfänger ei- nes in Österreich ansässigen Unternehmers. Damit greift grundsätzlich das sog. Reverse-Charge-Verfahren, das dem Leistungsempfänger die Umsatzsteuerschuld aufer- legt.  Die Leistung des österreichischen Unternehmers war nicht umsatzsteuerfrei. Zwar ist die Lieferung eines Grundstücks umsatzsteuerfrei; der österreichische Unternehmer war aber nicht Veräußerer des Grundstücks, sondern das Grundstück gehörte von Anfang an dem Kläger.  Unbeachtlich ist, dass auch die Ehefrau des Klägers eben- falls Leistungsempfängerin war. Denn der Kläger war

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